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Wallfahrtsseite Walldürn
Kölner Fußwallfahrt
 

1087 Pilger waren vom 06. - 10. Juni 2009 zu Fuß zum Heiligen Blut von Fulda nach Walldürn unterwegs

(Bericht auch als PDF- besser lesbar)

"Ich freue mich sakrisch, das heißt heiligmäßig, wieder einmal mit meiner Heimatdiözese Fulda zum Heiligen Blut zu wallfahren", so begann Erzbischof Dr. Ludwig Schick, Bamberg, ehemals Fuldaer Weihbischof, seine Predigt in der überfüllten Heilig - Blut Basilika in Walldürn. Die letzten drei Kilometer hatte er zusammen mit den 1087 Pilgern zurückgelegt, und mit ihnen nach dem Kniefall und dem Gebet vor dem Heilig - Blutaltar die Eucharistie gefeiert. Für ihn sei das Jahr 2009 auch ein Jubiläumsjahr. Im Jahre 1969 war er erstmals mit den Fuldaer Walldürnern von Mardorf kommend nach Walldürn gepilgert. Deshalb sei ihm die Wallfahrt lieb und wert.
Ausgehend vom diesjährigen Walldürner Leitwort "Durch sein Blut haben wir Erlösung" , stellte Erzbischof Ludwig Schick seine kurze Predigt unter drei Merksätze.


"Gott hat sein Herzblut für uns vergossen", bedeute Gottes Sohn sei Mensch geworden, habe unsere Schuld getilgt, den Tod überwunden und den Himmel geöffnet. In Walldürn und durch die Wallfahrt würde dieses deutlich. Da Gott für uns sei müsse der Mensch sich nicht ängstigen. Aus diesem Vertrauen erwachse Zuversicht und Freude. Er bat die Zuhörer dieses Vertrauen mit in die Familien und zu den Kindern und Angehörigen zu nehmen.


"Den Glauben unter die Füße nehmen und dem Glauben Beine machen", war sein zweiter Aspekt. Durch Beten, Singen, Schweigen, Beichten, Gottesdienst machten sich die Wallfahrer den Glauben neu zu eigen. So stehe nicht Sport und Fitnesstraining, Natur- und Gemeinschaftserlebnis im Vordergrund, sondern sich intensiver als gläubigen Christen zu erfahren. Wallfahren solle das eigene Feuer und die eigene Flamme weitergeben, deshalb stellte Erzbischof Ludwig Schick seinen dritten Gedanken unter das Thema


"Tradition heißt, das Feuer hüten und nicht die Asche aufbewahren" . Diese von dem sympathischen Papst Johannes XXIII. stammende und auf Thomas Morus zurückgehende Aufforderung bedeute Zeugnis des eigenen Glaubens zu geben, froh und herzlich Gott und den Nächsten zu lieben und Leid geduldig zu ertragen. Durch das Beispiel der Wallfahrer sollten viele zu Feuer und Flamme für den Glauben, die Hoffnung und die Liebe werden. Aus diesem "Feuer und Flamme" entspringe der Satz: "Bis zum nächsten Jahr in Walldürn", schloss Erzbischof Dr. Ludwig Schick.


Regen und stürmischer Wind machten den Pilgerweg der Fußwallfahrer in diesem Jahr beschwerlich und so musste wegen aufgeweichter Feld- und Waldwege die Straße benutzt werden. Doch auch aufgespannte Regenschirme können eine Atmosphäre oder einen Raum für Stille und Fürbittgebete bieten. "Geh mit uns auf unserem Weg", ließ Zeit für Gebet und vertrauensvolles Einlassen auf Gottes liebende Fürsorge. Jeder Wallfahrtstag hatte mit einer Eucharistiefeier begonnen. Den Sonntagsgottesdienst auf dem Volkersberg gestalteten jugendliche Pilger musikalisch und gesanglich mit neugeistlichen Liedern mit. Dafür hatten sie, trotz anstrengendem ersten Wallfahrtstag nach der Ankunft in Speicherz noch eine extra Probe und am nächsten Morgen eine Stunde früher aufstehen müssen, auf sich genommen. Kaplan Joachim Hartel gelang es in seiner Predigt den Inhalt des Dreifaltigkeitssonntags und die Wallfahrt, beide als Gemeinschaften, die die Kirche attraktiv machen und deren Strahlkraft in die Gemeinden und nach außen dringen müsse, zu verknüpfen.
Die Erfahrung eine Steigung mit Rucksack und Blasen scheinbar zeitlos und ohne Mühen zu bewältigen und dabei noch durch eine Katechese tiefer in das Verständnis der Eucharistie eingeführt zu werden vermittelte Pater Martin Wolf OMI, Hünfeld. Er hatte gleich ein Dutzend Novizen und Jugendliche der Oblaten -Jugend (OMI - Jugend) mit zur Wallfahrt gebracht. Gebete, Meditationen, aber auch Raum für Gespräche wechselten einander ab. Die Gesänge wurden von den 42 Wallfahrtsmusikanten unter Leitung von Günter Straub, Waldfenster, begleitet. Zu einem der Höhepunkte zählte der Zwischenhalt in dem Marienwallfahrtsort "Maria im Grünen Tal" bei Retzbach, wo sich auch wieder mehrere Busgruppen mit den Wallfahrern trafen.
In Greußenheim war der Gottesdienst wegen der Kirchenrenovierung auf den Bauernhof von Pierre und Kerstin Ramnick verlegt worden. Sie hatten dafür eigens ihre Maschinenhalle zur Verfügung gestellt, die zu einem gottesdienstlichen Raum umgestaltet worden war und die Mitpilger aus Greußenheim unter Leitung von Bruno Scheiner mit Bänken und einem Altar ausgestattet hatten.
Für die Wallfahrer gab es durch die mitpilgernden Priester auch das Angebot das Sakrament der Versöhnung zu empfangen. Kenntlich durch die Stola folgten diese als "laufende Beichtstühle" in diskretem Abstand.


Begonnen hatte die Walldürnwallfahrt am Samstag vor Fronleichnam im Hohen Dom zu Fulda mit dem Ausendungsgottesdienst , dem Spiritual Dr. Wolfgang Hartmann vorstand. "Mit Christus in der Kirche für die Menschen unterwegs sein" war das Thema seiner Predigt. Alle Sorgen, Nöte und Bitten hätten Platz in Christus. Er verwandle alles durch seine Liebe. Wallfahrer seien nicht allein, sondern im Miteinander hätten sie den Auftrag füreinander einzustehen und einander Mut zu machen. Aber auch die Bitten derer mitzunehmen, die darum gebeten hätten und besonders ein Herz für die zu haben, an die keiner denke, sei ein Auftrag. Dr. Wolfgang Hartmann wünschte, einen auf die Fürsprache des Heiligen Bonifatius gesegneten Pilgerweg.
Vor der Eucharistiefeier hatte Wallfahrtsleiter Gerhard Dehler, Lehnerz die Pilger, die teilweise seit Pfingstmontag von Baunatal und seit Freitag aus dem Eichsfeld unterwegs waren, begrüßt und den Helferinnen und Helfer der Wallfahrt wie Kreuz-, Fahnen- und Lautsprecherträger, den Sanitätern, Musikern und Vorbetern für ihren ehrenamtlichen Dienst gedankt. Er bat die "altgedienten Pilger" sich der Neupilger anzunehmen. Ein besonderer Dank sprach er der Fuldaer Polizei an der Kreuzigungsgruppe bei Motten für die Begleitung und Verkehrsregelung der 600 Meter langen Pilgergruppe durch das Fuldaer Land aus. Über Speicherz/ Volkers, Hammelburg/ Gauaschach, Leinach/ Greußenheim und Külsheim, den Übernachtungsorten, wurde nach viereinhalb Tagen die Gnadenstätte im badischen Walldürn erreicht.


Im Anschluss an den Gottesdienst in der Heilig - Blut - Basilika ehrten Pater Josef Bregula, Wallfahrtsleiter von Walldürn, Bernd Heimes, Kirchhasel und Winfried Möller, Rasdorf beide aus dem Fuldaer Wallfahrtsleitungsteam
für ihre 25 - malige Teilnahme:
Dieter Arnold, Erlensee, Franz Bergmann, Arzell, Leander Eismann, Eichenzell (Musiker), Regina Franke, Großentaft (Sanitäterin), Walter Fröhlich, Riedenberg, Peter Günkel, Ebersburg, Rita Hahn, Grüsselbach, Walburga Happ, Schmalnau, Annette Hardegen, Rasdorf (Musikerin), Erwin Hau, Fulda, Leonhard Kehrel, Betzenrod, als 88 jähriger ältester Teilnehmer, Alfred Kircher, Fulda, Marianne Möller, Bad Soden (Vorbeterin), Kurt Platz, Greußenheim, Herbert Ritz, Künzell, Helmut Scheibelhut, Fulda, Herta Vogler, Künzell (Sanitäterin), Petra Vogler, Singenrain (Musikerin), Gerold Witzel Eichenzell (Musiker), für ihre 40 - malige Teilnahme:
Gerhard Dehler, Lehnerz, Wallfahrtsleiter, Erhard Reuß, Unterleichtersbach
für ihre 50 -malige Teilnahme:
Erich Schäfer, Flieder, Georg Schwendner, Harmerz (Musiker) und
für 56 - malige Teilnahme:
Alfons Schöppner, Flieden


Wallfahrtsleiter Gerhard Dehler überreichte an Erzbischof Dr. Ludwig Schick zur Erinnerung, dass er vor 40 Jahren schon in Walldürn gewesen war, ein Wallfahrtsabzeichen mit Silberkreuz.


Text und Fotos: Winfried Möller


Bericht als PDF

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